

Der Krieg begann für Belgien am 4. August 1914, als das Deutsche Kaiserreich in das Land einmarschierte, um den Schlieffen-Plan umzusetzen. Dieser sah vor, Belgien schnell zu durchqueren, um Frankreich von Norden her anzugreifen und einen schnellen Sieg zu erringen. Doch der belgische Widerstand erwies sich als stärker als erwartet und verzögerte die deutsche Offensive erheblich.
Die belgische Armee unter König Albert I. verteidigte sich tapfer, insbesondere in der Schlacht um Lüttich (5.–16. August 1914), in der moderne belgische Festungen den deutschen Vormarsch zunächst aufhielten. Dennoch fiel die Stadt schließlich unter schweren Artilleriebeschuss, und die deutsche Armee rückte weiter vor. Am 20. August wurde Brüssel kampflos eingenommen, und bald folgte Antwerpen, das nach heftigem Widerstand am 10. Oktober 1914 fiel.
Während der deutschen Besetzung erlebte die belgische Bevölkerung schwere Repressionen. Die Besatzungsmacht führte Zwangsarbeit ein, plünderte Ressourcen und reagierte mit grausamer Härte auf Widerstand. Besonders bekannt wurde das Massaker von Löwen (25. August 1914), bei dem deutsche Truppen Zivilisten töteten und die historische Universitätsbibliothek niederbrannten. Solche Gräueltaten führten international zu Empörung und verstärkten die alliierte Propaganda gegen Deutschland.
Nach dem Fall von Antwerpen zog sich die belgische Armee zurück und verteidigte eine letzte Linie entlang des Flusses Yser in Westflandern. In der Schlacht an der Yser (16.–31. Oktober 1914) griffen deutsche Truppen massiv an, doch die Belgier hielten stand. Um den Vormarsch der Deutschen endgültig zu stoppen, ordnete König Albert I. die gezielte Flutung des Tieflandes an. Durch das Öffnen von Schleusen wurde das Gebiet unpassierbar, und die deutsche Offensive scheiterte.
Von diesem Zeitpunkt an stabilisierte sich die Front, und Belgien war in zwei Teile gespalten: Der Westen blieb in belgisch-französisch-britischer Hand, während der Osten unter deutscher Besatzung stand. Die belgische Armee kämpfte weiterhin in den Schützengräben bei Ypern, das in vier großen Schlachten (1914, 1915, 1917, 1918) hart umkämpft war. Besonders erschreckend war die Zweite Schlacht von Ypern (April–Mai 1915), bei der die Deutschen erstmals Giftgas als Kriegswaffe einsetzten.
Während der Besatzung organisierten belgische Widerstandsgruppen Sabotageakte und halfen alliierten Soldaten bei der Flucht. Gleichzeitig wurde Belgien zu einem wichtigen Symbol für die Grausamkeit des deutschen Vorgehens, was in Ländern wie Großbritannien und den USA zur verstärkten Unterstützung der Alliierten beitrug.
Die belgische Regierung floh nach Frankreich und später nach Le Havre, während König Albert I. mit seinen Truppen an der Yser-Front blieb. Die belgischen Streitkräfte erhielten Unterstützung von Frankreich und Großbritannien, waren jedoch zahlenmäßig unterlegen und konnten nur begrenzte Offensiven durchführen. Dennoch beteiligten sie sich 1918 an der entscheidenden Hunderttageoffensive, die letztlich zum Zusammenbruch der deutschen Front führte.
Nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 lag Belgien in Trümmern. Der Krieg hatte Hunderttausende Tote und Verletzte gefordert, und viele Städte, darunter Ypern und Löwen, waren fast vollständig zerstört. Die belgische Wirtschaft war schwer geschädigt, und Millionen Menschen waren durch die Kämpfe und die Besatzung betroffen.
The war began for Belgium on August 4, 1914, when the German Empire invaded as part of the Schlieffen Plan. This strategy aimed to quickly pass through Belgium to attack France from the north and achieve a swift victory. However, the Belgian resistance proved stronger than expected and significantly delayed the German advance.
The Belgian Army, under King Albert I, defended itself bravely, particularly in the Battle of Liège (August 5–16, 1914), where modern Belgian forts initially held back the German advance. However, after heavy artillery bombardments, the city eventually fell, allowing the German forces to push forward. On August 20, Brussels was occupied without resistance, followed by Antwerp, which fell on October 10, 1914, after fierce fighting.
During the German occupation, the Belgian population suffered severe repression. The occupiers introduced forced labor, looted resources, and responded harshly to any resistance. One of the most infamous events was the Massacre of Leuven (August 25, 1914), where German troops killed civilians and burned down the historic university library. Such atrocities caused international outrage and strengthened Allied propaganda against Germany.
After the fall of Antwerp, the Belgian Army withdrew and defended a final line along the Yser River in West Flanders. In the Battle of the Yser (October 16–31, 1914), German troops launched major assaults, but the Belgians managed to hold their ground. To stop the German advance permanently, King Albert I ordered the intentional flooding of low-lying areas. By opening sluices, the land became impassable, and the German offensive was halted.
From this point on, the front stabilized, dividing Belgium into two parts: the west, still controlled by Belgian, French, and British forces, and the east, under German occupation. The Belgian Army continued fighting in the trenches around Ypres, which became the site of four major battles. One of the most horrific events was the Second Battle of Ypres (April–May 1915), where the Germans used poison gas as a weapon for the first time.
During the occupation, Belgian resistance groups carried out sabotage operations and helped Allied soldiers escape. At the same time, Belgium became a powerful symbol of German brutality, increasing support for the Allies in countries like Britain and the United States.
The Belgian government fled to France and later to Le Havre, while King Albert I remained at the Yser Front with his troops. Despite receiving support from France and Britain, the Belgian forces were outnumbered and could only conduct limited offensives. Nevertheless, they played a role in the Hundred Days Offensive (1918), which ultimately led to the collapse of the German front.
By the time the Armistice was signed on November 11, 1918, Belgium was in ruins. The war had claimed hundreds of thousands of lives, and many cities, including Ypres and Leuven, had been almost entirely destroyed. The economy was devastated, and millions of people suffered from the effects of the fighting and occupation.
Write a comment